Der Marienmonat Mai

Maiandachten und Marienaltäre – in der katholischen Kirche hat sich ein buntes Brauchtum zum Monat Mai entwickelt. Wir erklären die Hintergründe und geben Gestaltungstipps!

29. April 2020

Marienverehrung im Mai

Die katholische Kirche betrachtet Maria als die wichtigste unter allen Heiligen. Darum wird Maria in besonderer Weise verehrt. Aus dem farbenfrohen Aufblühen der Natur in dieser Zeit ergibt sich die Mariensymbolik des Monats Mai. Die Blumen und Blüten symbolisieren Maria in ihrer Gnadenfülle; sie wird als "die schönste Blume" besungen.

Bereits seit dem Mittelalter entwickelte sich eine besondere Marienverehrung im Monat Mai. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert entwickelt sich der Monat Mai immer mehr zum Marienmonat. In Deutschland fand die erste Maiandacht 1841 im Kloster der Guten Hirtinnen in München-Haidhausen statt. Die erste Maiandacht im Erzbistum Köln gab es 1850.

Papst Paul VI. empfahl in seiner Enzyklika „Menso maio“ („Im Monat Mai") vom 1. Mai 1965 die besondere Verehrung Marias in diesem Monat. In der Enzyklika schreibt er, es sei „eine teure Gewohnheit Unserer Vorgänge, diesen Marienmonat zu wählen, um das christliche Volk zu öffentlichem Gebet einzuladen, sooft die Nöte der Kirche oder eine drohende Weltgefahr dies verlangten".

Für die Marienverehrung kennt die katholische Volksfrömmigkeit übrigens neben dem „Marienmonat“ Mai auch noch den „Rosenkranzmonat“ Oktober.

Maiandachten (zu Hause) feiern

Unter dem Begriff Maiandacht versteht man einen Wortgottesdienst zu Ehren Marias. Die Maiandacht ist vielerorts ein gemeinsames Gebet von Gruppen von Gläubigen, etwa in einer Kapelle, mit oder ohne Priester oder Diakon als Leiter. Das macht diese Gebetsform in Zeiten des Priestermangels neu attraktiv. Man kann eine Maiandacht auch alleine oder in der Familie beten. Maiandachten haben keine festgelegte Form. Es gibt viel Raum für eine eigene Gestaltung.

Wir haben zwei einfache Marienandachten zusammengestellt, die Sie mit dem Gotteslob alleine oder in einer kleinen Gruppe feiern können. Die vorgeschlagenen Lieder können gesungen, gesprochen oder auch still gebetet werden.


Vorlage für Maiandacht

> Download: Vorlage für zwei Maiandachten mit dem Gotteslob (PDF)


Die Sinnenfreudigkeit der Maiandachten spricht heute die Menschen wieder mehr an. Der innige Charakter dieser Andachten wird häufig durch reichen Blumenschmuck und viele Kerzen vor einem Marienbild, gemütvolle Lieder, eventuell verbunden mit einer Anbetung vor dem Allerheiligsten und sakramentalem Segen erlebbar.

Maria, die uns als Mensch nahesteht, gibt Vielen die Möglichkeit, private Anliegen im Gebet vor Gott zu tragen. Maria wird nicht selbst angebetet, sondern um ihre Fürsprache bei Gott gebeten.

> Artikel: „Im Mai feiert die Kirche weltweit die Muttergottes: Diese Marienfeste kennen Sie (vielleicht) noch nicht“ (katholisch.de)

Maialtar in der Kirche, Maialtärchen zu Hause

In fast jeder Kirche findet er sich jetzt, der „Maialtar“, eine besonders mit Blumen und Kerzen geschmückte Marienstatue, die optisch den Mittelpunkt der Maiandachten bildet.

Bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg war es in Deutschland üblich, dass Familien im Monat Mai auch zu Hause einen „Maialtar“ (im Rheinland: „Maialtärchen“) aufbauten: Eine blumengeschmückte Marienstatue (u.a. mit Maiglöckchen) etwa im Herrgottswinkel, ein zusätzliches „Gegrüßet seist du, Maria“ zum Morgen-, Tisch- oder Abendgebet und der „Engel-des-Herrn“ um 12 Uhr galten als üblich. 

Diesen alten Brauch könnten Sie während der Corona-Pandemie neu beleben!

> mehr zum Brauchtum im Monat Mai auf brauchtum.de

Papst lädt im Mai zum gemeinsamen Rosenkranzgebet ein

Während der Corona-Pandemie lädt Papst Franziskus besonders zum Gebet des Rosenkranzes ein. Er schrieb dazu einen Brief an alle Gläubigen, der am 25. April im Vatikan veröffentlicht wurde. Das Rosenkranzgebet sei in Zeiten der Ausgangssperre wichtig für die Familie. Deshalb lade er alle ein, „wieder neu zu entdecken, wie schön es ist, im Monat Mai zu Hause den Rosenkranz zu beten.“

Das gemeinsame Beten des Rosenkranzes – man kann ihn auch alleine, für sich beten – solle jeder je nach der eigenen Situation durchführen. Papst Franziskus rät dazu, sich vor allem auf die jeweiligen Geheimnisse des Rosenkranzgebets zu konzentrieren. Es handele sich um ein einfaches und kraftvolles Gebet.

Seinem kurzen Brief fügt der Papst zwei zusätzliche Gebete bei. Er lädt alle ein, am Ende des Rosenkranzes diese mitzubeten. Er werde selbst, so versichert er in seinem Brief, im Monat Mai „geistlich vereint mit Ihnen beten“.

  • Das 1. Gebet wurde zu Beginn der Krise, am 11. März, in einer Videobotschaft veröffentlicht. Es richtet sich an die Muttergottes der göttlichen Liebe.
  • Das 2. Gebet ist eine intensive Anrufung, die sich an das bekannte „Salve Regina“ anlehnt. Im Mittelpunkt steht die Bitte an die Muttergottes, ihre „barmherzigen Augen in dieser Pandemie des Corona-Virus zu uns“ zu wenden. Daraufhin geht das Gebet auf all die Kategorien von Menschen ein, die seit Ausbruch der Pandemie auf verschiedene Weise wegen Covid-19 leiden und kämpfen.

> Brief von Papst Franziskus mit den beiden Gebeten auf vatican.va

> Der Rosenkranz: Anleitung zum Gebet, Hintergründe (Deutsches Liturgisches Institut)

Mariendarstellungen zur Betrachtung

In der Osterzeit wird Maria besonders als Königin des Himmels verehrt. Im Erzbistum Köln gibt es zahlreiche Darstellungen der Gottesmutter als Königin. Einige davon können Sie hier zur Betrachtung finden.

Marienmonat Mai mit Kindern in der Familie gestalten

Die Familienpastoral im Erzbistum Köln hat mit dem Portal zusammenfamilie.de in der Zeit der Corona-Krise ein besondees Angebot für Familien und Kinder geschaffen. Dort finden Sie auch ein paar Anregungen zur Gestaltung des Marienmonats Mai mit Kindern: